Nein, leider nicht von The Wild Side – schön wär’s – sondern diesmal von Tokyopop Deutschland! Das Manga heisst Daemonium, und der erste Band erscheint im Juli 2009.

Daemonium Cover

Wie immer, konnte ich es nicht erwarten, die deutsche Ausgabe in die Hand zu bekommen, und so habe ich die englische Ausgabe gekauft. Gleich von Anfang an hat mich die Geschichte fasziniert. Der junge Seisu, traumatisiert durch einen tragischen Verkehrsunfall in seiner Kindheit, der ihn nicht nur zum Waisen macht, sondern auch noch schrecklich verunstaltet, hat mir gleich gut gefallen. Obwohl er schwierig ist – er prügelt sich regelmässig mit seinen Mitschülern, und zieht sich auch sonst komplett von seinen Mitmenschen zurück – mochte ich ihn sofort. Vielleicht ist es ja dieses Tragische, was mich immer in solchen Charakteren anzieht!

Jedenfalls gibt es nur eine Person, mit der Seisu noch zusammen ist: seine Schwester Alys. Als Alys einen Ausflug zu einem Kloster vorschlägt, ist Seisu zuerst skeptisch, fährt aber dann doch mit, weil es dort auch einen Vogelpark geben soll. Und Seisus zweite Liebe, nach seiner Schwester, sind Vögel, weil ihn die so lieben, wie er ist.

Im Kloster trifft er auf Yabrail, ein hübscher, wenn auch etwas wortkarger junger Mann. Seisu fühlt sich einerseits zu Yabrail hingezogen, andererseits will er ja nichts mit anderen zu tun haben.

Dann geschehen im Kloster plötzlich unheimliche Dinge. Alys verschwindet, und auf der Suche nach ihr erfährt Seisu Dinge, welche er sich nie erträumt hätte. Ein Alptraum eröffnet sich ihm

Daemonium ist ein Mix aus Horror und Drama. Natürlich haben mich auch die klitzekleinen Shounen Ai Hinweise keineswegs gestört, aber sie stehen nicht im Vordergrund. Die Geschichte ist vielschichtig, es werden im ersten Band eine ganze Reihe an Charakteren vorgestellt, welche alle eigene Interessen vertreten – nicht immer zum Wohle Seisus.

Daemonium Charakterskizzen

Einziges Manko der englischen Ausgabe (vielleicht ist die deutsche da ja besser) ist in meinen Augen das Papier. Da die Geschichte sehr düster gehalten ist, also sehr viele dunkle Szenen hat, ist das Altpapier ähnliche Papier nicht sehr vorteilhaft. Details gehen verloren und besonders im Anhang, wo Skizzen, Vorarbeiten, Charakterstudien und mehr zu finden sind, verschwimmt vieles im schwarzen Hintergrund.

In meinen Augen hat sich Kôsens Stil wieder um einiges weiterentwickelt. Er ist präziser, klarer und detaillierter geworden. Dabei blieben die Kôsentypischen Eigenheiten erhalten.

Ich freue mich jedenfalls definitiv auf den zweiten Teil!

Wer nicht warten kann, der kann das erste Kapitel (in Englisch) bei Tokyopop USA online lesen: Daemonium Kapitel 1

Vorbestellen kann man den Manga schon mal hier:

Daemonium 01

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