Wie SPIEGEL Online in einem heutigen Artikel berichtet, hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ab heute den ersten Band der „Finder“ Serie von Yamane Ayano auf den Index gesetzt. Das bedeutet folgendes: „Indizierte Medien dürfen Kindern und Jugendlichen weder verkauft noch überlassen oder anderweitig zugänglich gemacht werden. Sie dürfen nicht mehr beworben werden und nicht im Versandhandel vertrieben werden, es sei denn, es werden Vorkehrungen getroffen, um sicherzustellen, dass der Kunde mindestens 18 Jahre alt ist.“ (Wikipedia)

Zwar haben einige Leser und Leserinnen schon die Befürchtung geäußert, dass das Manga dann (sollte es nochmals aufgelegt werden – im Moment ist „Finder“ ja vergriffen) auch über Amazon nicht mehr zu haben wäre. Doch verwendet Amazon in Deutschland das „Postidentverfahren„, bei dem man bei der Post sein Alter überprüfen lassen kann, und dann die Sendung ausgehändigt bekommt.

Man kann gespannt sein, wie Tokyopop auf die Indizierung reagieren wird!

In wieweit die Indizierung noch zeitgemäß ist, ist ein anderes Thema. Auch dass in Japan oder den USA man keine Probleme mit derartigen Darstellungen hat, ist für die deutsche Gesetzgebung nicht ausschlaggebend. Die Meinungen gehen in dieser Sache doch sehr auseinander.

Persönlich finde ich das Ganze übertrieben. Da gibt’s Ärgeres, was eine Indizierung wirklich verdienen würde. Und eigentlich erreicht die Bundesprüfstelle damit genau das Gegenteil: nämlich, dass jetzt auch die Leser, welche das Manga noch *nicht* in den Fingern hatten, alles tun werden, um es zu kaufen. Statt also Kinder und Jugendliche vor „luststeigernder Gewalt“ zu schützen, schürt die Entscheidung der Bundesprüfstelle nun erst recht das Begehren nach Verbotenem. Außerdem ist über das Internet heutzutage ja so ziemlich alles zugänglich, was die Prüfer nicht nur erblassen, sondern wahrscheinlich in Ohnmacht fallen lassen würde.

Auf der anderen Seite ist es schwierig, eine Grenze zu finden. Ja, ich finde, dass Kinder noch nicht mit allem konfrontiert werden müssen. Aber man kann sie auch nicht vor allem schützen. Es wäre Aufgabe der Erwachsenen, welche die Kinder durch ihr Leben begleiten, sie auf diese Art von Darstellungen vorzubereiten. Aber da man das ja leider nicht immer voraussetzen kann, muss wohl doch irgendwo eine Lösung gefunden werden.

Ich jedenfalls hoffe, dass Tokyopop sich davon nicht einschüchtern lässt, und so weitermacht wie bisher!
EDIT:

Tokyopop-Geschäftsgründer Joachim Kaps hat sich im CIL-Forum zum Thema geäußert: LINK