You are currently browsing the monthly archive for Juni 2009.

Fanprodukte – Produkte von Fans? Für Fans?

Auf der letzten Con stolperte ich über Produkte, welche offensichtlich nicht offiziell lizensierte Produkte waren, sondern von einem Fan gefertigt worden waren. Die Qualität war super! Tolle Zeichnungen, gute Produkte, eigentlich echt cooles Zeugs. Nur: es waren keine Originalprodukte – also Produkte mit eigenen Charakteren – sondern Fanprodukte zu einer, von einem deutschen Verlag lizensierten, japanischen Mangaserie. Einer populären Mangaserie.

Was nun, sprach Zeus, bzw. dachte ich so bei mir.

Am Abend dann, nach Ende der Con, trafen sich in netter Runde noch einige Zeichnerinnen und wir Verlagsleute. Und irgendwie kamen wir auf das Thema Fanprodukte zu sprechen.

Und siehe da: Es kamen recht interessante Meinungen zur Sprache.

Gleich vorneweg: ich, als Verlagsperson, bin sowohl Geschäftsfrau, als auch Fan. Das heisst, ich sitze irgendwie zwischen den Stühlen. Als Geschäftsfrau schreit mein Inneres sofort auf, wenn es Fanprodukte sieht. „Copyright Verstoß!“; „Ideenklau!“; „Trittbrettfahrer!“ tost es bei mir durch meinen Kopf. Der Fan sitzt da und denkt sich: „Cool, endlich mal ein …. Produkt! Sowas wollte ich schon immer! Warum machen das die Verlage nicht? Jetzt kaufe ich’s halt so.“

Und wer gewinnt? Schwer zu sagen.

Wenn man es jetzt von der rein rechtlichen Seite aus sieht, dann ist jedes Fanprodukt, welches *zum Verkauf* angeboten wird, ein Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz. Denn der Fan, welche diese Produkte erstellt und verkauft, stiehlt im Prinzip die geistige und künstlerische Arbeit eines anderen und macht damit Umsatz. Ich rede nicht einmal von Profit, sondern rein vom Umsatz.

Da kommt zwar dann allerlei Argumente wie:

– in … (Japan/USA/Frankreich etc.) darf man das doch auch, da machen die Verlage keinen solchen Rabatz

– das merken die großen Verlage doch gar nicht

– das macht doch nix – die großen Verlage haben doch eh genügend Geld, da tut sowas doch nichts zur Sache

– ich mache doch keinen Profit damit

– die (grossen Verlage) sollen doch froh sein, dass es die Fanprodukte gibt, dann kaufen die Leute auch das Original

– usw.

Hm.

Alles interessante Argumente.

Aber…

Allesamt falsch.

Ja, in Japan ist man, was die Fanprodukte betrifft, recht entgegenkommend. Besonders bei Doujinshis. Aber das kommt aus der Tradition. Weil die Verlage damals, als die Doujinshiwelle anfing, nicht sofort durchgegriffen haben, können sie heute das Ganze nicht mehr stoppen – auch wenn sie’s eigentlich gerne täten. Und zum Teil sogar wieder tun. In den letzten Jahren gingen Verlage immer wieder gegen zu explizite Doujinshis vor, weil sie nicht wollten, dass ihre Originalserien derart „verhunzt“ wurden.

Und in den USA ist es eine Grauzone. Noch. Immer wieder kommt die Thematik zur Sprache und es wird sicher nicht mehr lange dauern, bevor es auch vor Gericht kommt. Man darf gespannt sein, wie die obersten Richter in den USA dann ultimativ das Thema regeln. Im Moment sieht es eher so aus, dass den Verlagen und Lizenznehmern Recht gegeben werden wird, denn das Thema Copyright wird in den USA schon recht ernst genommen.

„Das merken die doch nicht…“

Auch falsch. Die Welt ist klein geworden. Und die Welt der Mangas und Animes ist noch kleiner als der Rest. Man kennt sich. Man sieht sich. Verlage sind auf den Cons. Verlagsmitarbeiter sind als Besucher dort. Oder als Fans. Sie lesen die Foren. Sie wandern über Webseiten. Sie sind genauso aktiv wie reguläre Fans. Sieht man ihnen an, dass sie zu einem Verlag gehören? Nein. Außer sie tragen ein Namensschild. Irgendwann steht der oder die „Falsche“ als KundIn am Fanprodukte Stand. Und das Nächste ist dann ein nettes Schreiben vom Verlagsanwalt.

„Die haben doch eh genügend Geld…“

Nein. Nicht in der heutigen Zeit. Die meisten Verlage müssen sehen, wie sie zurecht kommen. Und für jede Lizenz, für jedes veröffentlichte Manga, ist viel, viel Geld im Voraus geflossen. Das muss erst mal verdient werden. Und von jedem Manga werden nicht nur der Lizenzgeber in Japan, sondern der Übersetzer, der Graphiker, die Mitarbeiter in Vertrieb und Versand, die Verpackungskosten, die Druckkosten, etc. bezahlt. Da bleibt nicht mehr viel übrig.

Nun überlegt, was es bedeutet, wenn Produkte zu einer Serie *nicht* vom Lizenznehmer gefertigt und verkauft werden…:

– der/die Künstler/in sieht keinen Cent von den Produkten – es sind aber seine/ihre Charaktere, und seine/ihre harte Arbeit

– der Lizenznehmer sieht keinen Cent von den Produkten – hat aber für die Lizenz viel Geld bezahlt, und gibt damit vielen Leuten Arbeit und Gehälter

„Ich mache doch keinen Profit damit…“

Jetzt mal Hand auf’s Herz: werden die Produkte *wirklich* zum Selbstkostenpreis verkauft? Wird ein Poster, das im Druck € 1,– gekostet hat, *wirklich* für € 1,– verkauft? Oder nicht doch für € 1,50? Oder vielleicht auch € 2,–? Weil man meint, dass die eigene Arbeit ja auch was kosten darf? Und was sind dann die € 0,50 oder € 1,–, welche da mehr übrig bleiben? Es ist Profit.

Kleine Auflage? Na und? Wenn 100 fanproduzierte Poster von einem lizensierten Motiv – sagen wir mal… BLEACH – für € 2,– Euro verkauft werden, und pro Poster macht der Fanproduzent € 1,– gut, dann sind das € 100,– welche *nicht* an den ursprünglichen Künstler gehen! Bzw. natürlich ein festgelegter Prozentsatz davon.

Nun denkt sich der Fanproduzent, oh, das lief so gut, da mache ich ein zweites Motiv, und vielleicht noch ein drittes, und noch ein paar Buttons, und ein Lesezeichen wäre auch nicht schlecht… Und schon summiert sich das Ganze zu einem netten Sümmchen. *VON DEM DER URSPRÜNGLICHE KÜNSTLER KEINEN CENT SIEHT!!!*

Nun muss dummerweise auch der ursprüngliche Künstler – bleiben wir mal beim Beispiel BLEACH, das wäre dann Tite Kubo – von irgendwas leben. Natürlich wird der Künstler für das Manga bezahlt – aber auch prozentual für alle *offiziellen* Produkte, welche zu der Serie erscheinen. Aber *NICHT* für fanproduzierte Produkte.

Jetzt sieht der eine Fan, was der andere macht und denkt sich: das kann ich auch. Und schon sind auf den Cons nicht mehr ein Fan mit Produkten, sondern 10. Und jeder verdient damit ein wenig Geld – vorbei am Künstler, und vorbei an den Verlagen/Lizenznehmern.

Ist das korrekt? Ist das fair? Ist das *ehrlich*? Ich meine, nein.

Und das Argument, dass Fanprodukte Werbung für die Originale sind, stimmt auch nur bedingt. Eine Fanfiction – kostenlos ins Netz gestellt – ja. So kam ich zu vielen meiner Lieblingsserien. Produkte, welche für Geld verkauft werden, nein.

Ich gebe zu, was die Veröffentlichungen meines Verlags betreffen, da würde ich gnadenlos reagieren wenn ich auf einer Con Fanprodukte unserer Geschichten und/oder Charaktere *zum Verkauf* finden würde. Nette Sachen, welche ihr Euch gegenseitig zeichnet, schreibt und schenkt – dagegen hat kein Verlag etwas. Aber damit Geld machen – damit habe ich ein Problem. Denn was mache ich dann mit *meinen* Verlagsprodukten? Für die die Künstlerinnen Prozente bekommen. In den Müll werfen? Weil ja am Fanstand nebenan nette Fanprodukte angeboten werden? Zu „meinen“ Veröffentlichungen?

Wohl kaum.

Mir ist klar, dass es zu dem Thema keine wirkliche Lösung gibt – ausser eine echt drakonische. Die Frage, welche sich Fanproduzenten stellen sollten ist die: wie sehr achte und ehre ich den ursprünglichen Künstler meiner Lieblingsserie? Genug, um dafür zu sorgen, dass er/sie auch in Zukunft für mich (als Fan) zeichnen kann? Das hiesse, ich verkaufe keine Produkte, dessen Ursprung bei jemand anders liegt. Ich würde ja auch nicht wollen, dass jemand *meine* Charaktere „klaut“ und damit Geld verdient, oder?

Und überhaupt: wer so gut zeichnen oder schreiben kann, dass Leute seine/ihre *Fan*produkte kaufen, der könnte doch sicher auch genauso tolle *eigene* Sachen machen, oder? ^____^

Der bekannte Schauspieler David Carradine wurde heute erhängt in seinem Hotelzimmer in Bangkok gefunden. Allem Anschein nach hat sich David Carradine selber das Leben genommen.

Die meisten von uns werden David Carradine noch aus der Fernsehserie „Kung Fu“ kennen, welche in den 70er Jahren gedreht und gesendet wurde. Jüngeren dürfte der Schauspieler spätestens seit seiner Hauptrolle in „Kill Bill“ ein Begriff sein.

David Carradine war in Bangkok, um einen neuen Film zu drehen. Die Umstände um seinen Tod sind noch ungeklärt.

Er ist ein großer Verlust für die Film- und Fernsehszene.

*******

Irgendwie scheint dies eine Woche für Verluste zu sein…

Wer kein Fantasyliebhaber ist, dem wird der Name David Eddings wohl wenig sagen. Aber wer, wie ich, seine Belgariad-Saga und seine Elenium-Saga, bzw. Tamuli-Saga verschlungen hat, dem wird der Autor geläufig sein.

David Eddings wurde am 7. Juli 1931 in Spokane, Washington geboren. Er war ein belesener und gebildeter Mann, welcher den Master of Arts inne hatte. Zu schreiben begann er erst in den 80er Jahren. Das erste Buch der Belgariad erschien 1982. Er war selber höchst erstaunt über den Erfolg, welchen seine Bücher hatten. Noch sehr in der Tradition des Autors verhaftet, schrieb er bis zuletzt seine Werke per Hand, nicht per Computer.

Verheiratet war er seit 1962 mit Leigh Eddings, welche auch als Co-Autorin mit ihm zusammen an den meisten Büchern arbeitete. Erst bei späteren Bänden, z.B. Althalus. wurde auch ihr Name mit auf die Bücher gedruckt. Leigh Eddings verstarb 2007 und danach hatte David Eddings wohl die Inspiration und den „drive“ zu neuen Büchern verloren.

Für mich waren seine Bücher immer ein persönlicher Quell der Inspiration und der Freude. Seine Charaktere waren glaubhaft, er hatte einen trockenen Humor, der sich durch alle Bücher zog, er konnte fantastische Geschichten erzählen, welche mich immer und immer wieder in ihren Bann zogen.

Ich merke, dass ich älter werde, wenn meine Lieblingsautoren langsam vor mir wegsterben… ;__;

Mögen die Götter ihn sanft ins nächste Leben leiten.

Tja, da stand ich nun am Freitag Nachmittag mit dem gepackten Mercedes Vito von Europcar und wartete auf meine Tochter (14). So ist das, wenn man alleinerziehende und Vollzeit arbeitende Mutter ist: Wenn Kinder Ferien haben, muss man sie irgendwo unterbringen. Diesmal hatte ich mir überlegt, dass ich sie doch mal auf ihre erste Convention mitschleppen könnte. Einziger Nachteil: sie kam erst um kurz nach 16 Uhr mit dem Zug aus dem Internat angefahren. Ich also vor dem Bahnhof stehend, mit vollem Transporter und auf Kind wartend…

Bis wir dann Koffer getauscht, frische Sachen eingepackt und startbereit waren, war’s dann doch eher 17 Uhr, als früher. Und so direkt um’s Eck rum von uns war die DoKoMi auch nicht gerade… 617 km hatten wir vor uns. Und das am Freitag Abend, am Anfang der Pfingstferien! *schauder*

Manchmal frage ich mich, warum man nicht gleich die ganzen Baustellen auf den Autobahnen miteinander verbindet, dann käme man gar nicht in die Versuchung, sich an freie Fahrtstrecken zu gewöhnen…

Ca. 200 km vor Düsseldorf dann der Anruf im Hotel, um zu bestätigen, dass wir noch kommen – auch wenn’s wohl ein wenig später werden würde. Antwort der Rezeption: „Reservierung, welche Reservierung?“ Öh. Leichter Schreck am Abend. Kurze Absprache mit der Kollegin von Cursed Publishings und alles war geritzt.

Am nächsten Morgen dann um 6 Uhr aus dem Bett. Schnell gefrühstückt und dann ab zur Con, aufbauen. Die Convention selber war recht schön untergebracht – in den Räumen des Freien Christlichen Gymnasiums. Wir hatten unseren Standplatz gleich unten in der Lobby, direkt gegenüber vom Eingang, was angesichts des doch sehr warmen Wetters recht angenehm war.

Ankommen, auspacken, mit dem Hausmeister zanken, aufbauen, Auto wegfahren, dann den Ansturm abwarten.

DoKoMiStand1 Wie man sieht, war’s diesmal ein eher kleinerer Stand. Wir hatten nur ein paar der japanischen Mangas und Artbooks dabei, dazu natürlich unsere eigenen Sachen wie Mangas, Postkarten, Poster und Schlüsselanhänger.

DoKoMiStand4

Und natürlich Werbung für BLUE (welches übrigens bei Amazon schon vorbestellt werden kann…). ^___^

Meine Tochter befand sich total im Kulturschock – sie war noch nie auf einer Convention gewesen! 🙂 Jedenfalls sass sie mit offenem Mund hinter’m Stand und beobachtete fasziniert die vielen Cosplayer, welche da im Foyer rumwanderten. Aber im Laufe des Tages hat sich sich dann ein Herz genommen, und ist auf der Con spazieren gegangen, hat sich das Cosplay und die Band angeschaut, und die Comedy Show genossen.

Ansonsten war der Samstag recht aktiv. Viele Leute, viele Kunden, gute Gespräche. 🙂  Es fällt mir jedesmal von Neuem auf, dass ich einfach nicht vorhersagen kann, wofür sich die Leute interessieren. Gingen auf der einen Con die japanischen Mangas weg wie warme Semmeln, bleiben sie auf der anderen liegen. Habe ich Poster dabei, gehen die Postkarten, bringe ich die Postkarten, verkaufen sich die Schlüsselanhänger, usw. Deshalb habe ich immer von allem was dabei. 🙂

Leider war eine Sache sehr schlecht organisiert: es gab, außer dem sicher netten Maid-Cafe, nichts zu essen. Das ist vielleicht ok, wenn man die Gelegenheit hat, sich außerhalb irgendwas zu suchen. Wenn man aber 13 Stunden hinter’m Stand steht, dann ist Kaffee und Kuchen einfach nicht so ganz das Richtige. Dank der freundlichen Geste eines Bekannten von Cursed Publishings‘ Besitzerin hatten wir irgendwann wenigstens ein paar belegte Brötchen. Aber ansonsten war’s schon ziemlich hart. Denn normalerweise gibt es auf Cons ja zumindest Ramen, oder gebratene Nudeln, oder *irgendwas* passendes zum Essen.

Der Stress und das fehlende Essen hat meiner Tochter denn dann auch auf den Bauch geschlagen, und sie musste am Sonntag im Hotel bleiben.

Sonntag war dann etwas ruhiger. Und es gab einen mobilen Bratwurststand vor der Halle! Ob sich da jemand beschwert hat…?

DoKoMiStand5Am Abend dann der Abbau. Ich war froh, dass wir die tollen Poster wieder gut von der Glasscheibe abbekommen haben. So kann ich sie Euch auch auf der nächsten Con wieder präsentieren. 🙂 Die Sachen waren alle fürchterlich eingestaubt – kam wohl von der offenen Türe. Aber trotzdem haben wir wieder alles gut verstaut – wenn auch ein bisschen weniger als zuvor. Was uns natürlich gefreut hat.

Montags dann zurück, an all den wunderbaren Baustellen wieder vorbei, 600 km lang… Wenigstens war nicht so viel Verkehr – der Feiertag war da schon eine große Hilfe.

Zuhause alles ausladen, dann Auto zurück an Europcar, Abend essen, tot umfallen. 🙂

Alles in allem hat uns die DoKoMi ganz gut gefallen. Sie war halt eine der kleineren (ca. 1600 Besucher), und weitläufiger als z.B. die Hanami. Aber trotzdem nett gemacht. Es ist immer interessant, ein anderes Publikum zu sehen, und neue Kontakte zu machen.

Jedenfalls eine Con, auf die wir sicher wieder gerne mal hingehen.