Tja, da stand ich nun am Freitag Nachmittag mit dem gepackten Mercedes Vito von Europcar und wartete auf meine Tochter (14). So ist das, wenn man alleinerziehende und Vollzeit arbeitende Mutter ist: Wenn Kinder Ferien haben, muss man sie irgendwo unterbringen. Diesmal hatte ich mir überlegt, dass ich sie doch mal auf ihre erste Convention mitschleppen könnte. Einziger Nachteil: sie kam erst um kurz nach 16 Uhr mit dem Zug aus dem Internat angefahren. Ich also vor dem Bahnhof stehend, mit vollem Transporter und auf Kind wartend…

Bis wir dann Koffer getauscht, frische Sachen eingepackt und startbereit waren, war’s dann doch eher 17 Uhr, als früher. Und so direkt um’s Eck rum von uns war die DoKoMi auch nicht gerade… 617 km hatten wir vor uns. Und das am Freitag Abend, am Anfang der Pfingstferien! *schauder*

Manchmal frage ich mich, warum man nicht gleich die ganzen Baustellen auf den Autobahnen miteinander verbindet, dann käme man gar nicht in die Versuchung, sich an freie Fahrtstrecken zu gewöhnen…

Ca. 200 km vor Düsseldorf dann der Anruf im Hotel, um zu bestätigen, dass wir noch kommen – auch wenn’s wohl ein wenig später werden würde. Antwort der Rezeption: „Reservierung, welche Reservierung?“ Öh. Leichter Schreck am Abend. Kurze Absprache mit der Kollegin von Cursed Publishings und alles war geritzt.

Am nächsten Morgen dann um 6 Uhr aus dem Bett. Schnell gefrühstückt und dann ab zur Con, aufbauen. Die Convention selber war recht schön untergebracht – in den Räumen des Freien Christlichen Gymnasiums. Wir hatten unseren Standplatz gleich unten in der Lobby, direkt gegenüber vom Eingang, was angesichts des doch sehr warmen Wetters recht angenehm war.

Ankommen, auspacken, mit dem Hausmeister zanken, aufbauen, Auto wegfahren, dann den Ansturm abwarten.

DoKoMiStand1 Wie man sieht, war’s diesmal ein eher kleinerer Stand. Wir hatten nur ein paar der japanischen Mangas und Artbooks dabei, dazu natürlich unsere eigenen Sachen wie Mangas, Postkarten, Poster und Schlüsselanhänger.

DoKoMiStand4

Und natürlich Werbung für BLUE (welches übrigens bei Amazon schon vorbestellt werden kann…). ^___^

Meine Tochter befand sich total im Kulturschock – sie war noch nie auf einer Convention gewesen!🙂 Jedenfalls sass sie mit offenem Mund hinter’m Stand und beobachtete fasziniert die vielen Cosplayer, welche da im Foyer rumwanderten. Aber im Laufe des Tages hat sich sich dann ein Herz genommen, und ist auf der Con spazieren gegangen, hat sich das Cosplay und die Band angeschaut, und die Comedy Show genossen.

Ansonsten war der Samstag recht aktiv. Viele Leute, viele Kunden, gute Gespräche. :)  Es fällt mir jedesmal von Neuem auf, dass ich einfach nicht vorhersagen kann, wofür sich die Leute interessieren. Gingen auf der einen Con die japanischen Mangas weg wie warme Semmeln, bleiben sie auf der anderen liegen. Habe ich Poster dabei, gehen die Postkarten, bringe ich die Postkarten, verkaufen sich die Schlüsselanhänger, usw. Deshalb habe ich immer von allem was dabei.🙂

Leider war eine Sache sehr schlecht organisiert: es gab, außer dem sicher netten Maid-Cafe, nichts zu essen. Das ist vielleicht ok, wenn man die Gelegenheit hat, sich außerhalb irgendwas zu suchen. Wenn man aber 13 Stunden hinter’m Stand steht, dann ist Kaffee und Kuchen einfach nicht so ganz das Richtige. Dank der freundlichen Geste eines Bekannten von Cursed Publishings‘ Besitzerin hatten wir irgendwann wenigstens ein paar belegte Brötchen. Aber ansonsten war’s schon ziemlich hart. Denn normalerweise gibt es auf Cons ja zumindest Ramen, oder gebratene Nudeln, oder *irgendwas* passendes zum Essen.

Der Stress und das fehlende Essen hat meiner Tochter denn dann auch auf den Bauch geschlagen, und sie musste am Sonntag im Hotel bleiben.

Sonntag war dann etwas ruhiger. Und es gab einen mobilen Bratwurststand vor der Halle! Ob sich da jemand beschwert hat…?

DoKoMiStand5Am Abend dann der Abbau. Ich war froh, dass wir die tollen Poster wieder gut von der Glasscheibe abbekommen haben. So kann ich sie Euch auch auf der nächsten Con wieder präsentieren.🙂 Die Sachen waren alle fürchterlich eingestaubt – kam wohl von der offenen Türe. Aber trotzdem haben wir wieder alles gut verstaut – wenn auch ein bisschen weniger als zuvor. Was uns natürlich gefreut hat.

Montags dann zurück, an all den wunderbaren Baustellen wieder vorbei, 600 km lang… Wenigstens war nicht so viel Verkehr – der Feiertag war da schon eine große Hilfe.

Zuhause alles ausladen, dann Auto zurück an Europcar, Abend essen, tot umfallen.🙂

Alles in allem hat uns die DoKoMi ganz gut gefallen. Sie war halt eine der kleineren (ca. 1600 Besucher), und weitläufiger als z.B. die Hanami. Aber trotzdem nett gemacht. Es ist immer interessant, ein anderes Publikum zu sehen, und neue Kontakte zu machen.

Jedenfalls eine Con, auf die wir sicher wieder gerne mal hingehen.