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Wie Publisher’s Weekly zu berichten wusste, haben die japanischen und amerikanischen Verlage anscheinend endlich genug von Scanlations Webseiten, welche angeblich schuld an der momentanen Misere der Mangaverlage sind.

So sind die Mangaverkäufe in den USA zwischen 2007 und 2009 um 30 % von $210 Millionen (in 2007) auf $140 Million (in 2009) gesunken. Verantwortlich gemacht werden für diesen erheblichen Umsatzrückgang die online Scanlation Webseiten – dabei besonders Seiten wie MangaFox und OneManga – welche auch lizensierte Serien kostenlos zum Lesen und Herunterladen zur Verfügung stellen.

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, und um ihre Lizenzrechte zu wahren und dem Urheberschutz gerecht zu werden, haben sich 36 Verlage und Organisationen unter dem Namen Japanese Digital Comic Association zusammengeschlossen.

Auf der Webseite von VIZ-Media (Amerikanischer Verlag von Serien wie Naruto und Bleach) wurde ein Sprecher der JDCA mit den Worten zitiert:

“Es ist schade, dass diese Vorgehensweise notwendig geworden ist. Jedoch, um die Urheberrechte unserer Schaffenden und die allgemeine Gesundheit unserer Industrie zu schützen, gibt es keine Alternative zu agressivem Vorgehen. Wir hoffen, dass diese Webseiten ihre Aktivitäten sofort einstellen. Wo dies nicht geschieht, werden wir Rechtsmittel einsetzen und Schadensersatzforderungen stellen.  Wir werden ausserdem diese Webseiten staatlichen Behörden, darunter der Antipirateneinheit des Justice Department, den örtlichen Polizeibehörden und dem FBI, melden.”

Im Moment habe man ca. 30 Scanlation Webseiten ins Auge gefasst. Webseiten wie OneManga ziehen bis zu 4.2 Millionen Besucher jährlich an, was die Seite in die Top 1000 (Platz 935) der Googlesuche für Scanlation Sites gebracht hat.

Die beteiligten Verlage und Firmen sind:

Square Enix, VIZ Media, TOKYOPOP, Vertical, Inc., the Tuttle-Mori Agency, Yen Press, Akane Shinsha, Akita Shoten, ASCII Media Works, East Press, Ichijinsha, Enterbrain, Okura Shuppan, Ohzora Shuppan, Gakken, Kadokawa Shoten, Gentosha Comics, Kodansha, Jitsugyo No Nihonsha, Shueisha, Junet, Shogakukan, Shogakukan Shueisha Production, Shodensha, Shonen Gahosha, Shinshokan, Shinchosa, Take Shobo, Tatsumi Shuppan, Tokuma Shoten, Nihon Bungeisha, Hakusensha, Fujimi Shobo, Fusosha, Futabasha, France Shoin, Bunkasha, Houbunsha, Magazine House, Media Factory, Leed sha, Libre Shuppan.

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Wie SPIEGEL Online in einem heutigen Artikel berichtet, hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ab heute den ersten Band der „Finder“ Serie von Yamane Ayano auf den Index gesetzt. Das bedeutet folgendes: „Indizierte Medien dürfen Kindern und Jugendlichen weder verkauft noch überlassen oder anderweitig zugänglich gemacht werden. Sie dürfen nicht mehr beworben werden und nicht im Versandhandel vertrieben werden, es sei denn, es werden Vorkehrungen getroffen, um sicherzustellen, dass der Kunde mindestens 18 Jahre alt ist.“ (Wikipedia)

Zwar haben einige Leser und Leserinnen schon die Befürchtung geäußert, dass das Manga dann (sollte es nochmals aufgelegt werden – im Moment ist „Finder“ ja vergriffen) auch über Amazon nicht mehr zu haben wäre. Doch verwendet Amazon in Deutschland das „Postidentverfahren„, bei dem man bei der Post sein Alter überprüfen lassen kann, und dann die Sendung ausgehändigt bekommt.

Man kann gespannt sein, wie Tokyopop auf die Indizierung reagieren wird!

In wieweit die Indizierung noch zeitgemäß ist, ist ein anderes Thema. Auch dass in Japan oder den USA man keine Probleme mit derartigen Darstellungen hat, ist für die deutsche Gesetzgebung nicht ausschlaggebend. Die Meinungen gehen in dieser Sache doch sehr auseinander.

Persönlich finde ich das Ganze übertrieben. Da gibt’s Ärgeres, was eine Indizierung wirklich verdienen würde. Und eigentlich erreicht die Bundesprüfstelle damit genau das Gegenteil: nämlich, dass jetzt auch die Leser, welche das Manga noch *nicht* in den Fingern hatten, alles tun werden, um es zu kaufen. Statt also Kinder und Jugendliche vor „luststeigernder Gewalt“ zu schützen, schürt die Entscheidung der Bundesprüfstelle nun erst recht das Begehren nach Verbotenem. Außerdem ist über das Internet heutzutage ja so ziemlich alles zugänglich, was die Prüfer nicht nur erblassen, sondern wahrscheinlich in Ohnmacht fallen lassen würde.

Auf der anderen Seite ist es schwierig, eine Grenze zu finden. Ja, ich finde, dass Kinder noch nicht mit allem konfrontiert werden müssen. Aber man kann sie auch nicht vor allem schützen. Es wäre Aufgabe der Erwachsenen, welche die Kinder durch ihr Leben begleiten, sie auf diese Art von Darstellungen vorzubereiten. Aber da man das ja leider nicht immer voraussetzen kann, muss wohl doch irgendwo eine Lösung gefunden werden.

Ich jedenfalls hoffe, dass Tokyopop sich davon nicht einschüchtern lässt, und so weitermacht wie bisher!
EDIT:

Tokyopop-Geschäftsgründer Joachim Kaps hat sich im CIL-Forum zum Thema geäußert: LINK

Nein, leider nicht von The Wild Side – schön wär’s – sondern diesmal von Tokyopop Deutschland! Das Manga heisst Daemonium, und der erste Band erscheint im Juli 2009.

Daemonium Cover

Wie immer, konnte ich es nicht erwarten, die deutsche Ausgabe in die Hand zu bekommen, und so habe ich die englische Ausgabe gekauft. Gleich von Anfang an hat mich die Geschichte fasziniert. Der junge Seisu, traumatisiert durch einen tragischen Verkehrsunfall in seiner Kindheit, der ihn nicht nur zum Waisen macht, sondern auch noch schrecklich verunstaltet, hat mir gleich gut gefallen. Obwohl er schwierig ist – er prügelt sich regelmässig mit seinen Mitschülern, und zieht sich auch sonst komplett von seinen Mitmenschen zurück – mochte ich ihn sofort. Vielleicht ist es ja dieses Tragische, was mich immer in solchen Charakteren anzieht!

Jedenfalls gibt es nur eine Person, mit der Seisu noch zusammen ist: seine Schwester Alys. Als Alys einen Ausflug zu einem Kloster vorschlägt, ist Seisu zuerst skeptisch, fährt aber dann doch mit, weil es dort auch einen Vogelpark geben soll. Und Seisus zweite Liebe, nach seiner Schwester, sind Vögel, weil ihn die so lieben, wie er ist.

Im Kloster trifft er auf Yabrail, ein hübscher, wenn auch etwas wortkarger junger Mann. Seisu fühlt sich einerseits zu Yabrail hingezogen, andererseits will er ja nichts mit anderen zu tun haben.

Dann geschehen im Kloster plötzlich unheimliche Dinge. Alys verschwindet, und auf der Suche nach ihr erfährt Seisu Dinge, welche er sich nie erträumt hätte. Ein Alptraum eröffnet sich ihm

Daemonium ist ein Mix aus Horror und Drama. Natürlich haben mich auch die klitzekleinen Shounen Ai Hinweise keineswegs gestört, aber sie stehen nicht im Vordergrund. Die Geschichte ist vielschichtig, es werden im ersten Band eine ganze Reihe an Charakteren vorgestellt, welche alle eigene Interessen vertreten – nicht immer zum Wohle Seisus.

Daemonium Charakterskizzen

Einziges Manko der englischen Ausgabe (vielleicht ist die deutsche da ja besser) ist in meinen Augen das Papier. Da die Geschichte sehr düster gehalten ist, also sehr viele dunkle Szenen hat, ist das Altpapier ähnliche Papier nicht sehr vorteilhaft. Details gehen verloren und besonders im Anhang, wo Skizzen, Vorarbeiten, Charakterstudien und mehr zu finden sind, verschwimmt vieles im schwarzen Hintergrund.

In meinen Augen hat sich Kôsens Stil wieder um einiges weiterentwickelt. Er ist präziser, klarer und detaillierter geworden. Dabei blieben die Kôsentypischen Eigenheiten erhalten.

Ich freue mich jedenfalls definitiv auf den zweiten Teil!

Wer nicht warten kann, der kann das erste Kapitel (in Englisch) bei Tokyopop USA online lesen: Daemonium Kapitel 1

Vorbestellen kann man den Manga schon mal hier:

Daemonium 01

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